Archiv

Archiv für die Kategorie ‘Schulisches’

Motivationsvideo

26. August 2010

Geistig-moralisch bereite ich mich auf das Ende der Sommerferien vor, indem ich Materialien für das kommende Schuljahr sichte.

Erschöpft lese ich nun am Abend meine Feeds. Und Catholicism Wow hat den aufmunternden Film zum Tagesabschluss:

Herzlichen Dank für den Hinweis. Gott sei Dank ist mir so ein Kollege weder als Schüler noch als Lehrer begegnet.

Schulisches, Video Beitrag drucken

Exit Option

13. Juli 2010

Steil den Berg hinauf. Oben links. Ein lehmiger Grabhügel. Ein vertrocknetes Herz aus Rosen. Zwei Steine in Herzform. Eine Schale von M., noch eine Pflanze. Ein Holzkreuz.

Heute morgen, vor dem Unterricht, war ich am Grab einer ehemaligen Schülerin. 25 Jahre Leben waren ihr genug. Sie hat sich aus dieser Welt ausgeklinkt. Endgültig. Unwiderruflich.

Platz 1 für die ‘geilste Lache’ und Platz 1 in der Kategorie ‘Individualist/in’ in der Abi-Zeitung.

Letztes Jahr traf sich ihr Abi-Jahrgang, um das Fünfjährige zu feiern. Da gehe ich eigentlich nie hin, dieser Jahrgang war eine Ausnahme, denn es gibt in ihm eine Reihe toller Menschen. Dort habe ich sie zum letzten Mal gesehen. Erfolgreich im Studium, immer noch sie selbst, aber reifer, erwachsener, größer.

Das sind die Momente im Lehrer-Dasein, die ich ungeheuer genieße. Wenn aus kleinen Fünfern große Abiturienten und dann schließlich ‘richtige’ Erwachsene werden, die ihr Leben gestalten, die ihre Fähigkeiten und Begabungen entfalten, die ihr eigenes Ding machen, auf eigenen Füßen durch ihr Leben gehen.

Der Tod ist das absolute Gegenteil. Er zerstört alle Zukunft, alle Hoffnung, alles Leben. Der freiwillig gewählte Tod ist für mich die unerträglichste Art. Die Über-Lebenden sind jeder Handlungsmöglichkeit beraubt.

Die Vergangenheit ist ein Prolog.

Für J.

Schulisches Beitrag drucken

Willensfreiheit

13. Juli 2010

Das Thema Willensfreiheit kommt alle Jahre (Monate) wieder in den Medien hoch. Im Rahmen der Einheit ‘Mensch sein’ wird es im baden-württembergischen Bildungsplan in der Kursstufe behandelt.

Drei aktuelle Artikel dazu können für einen sehr guten Kurs (oder als Hintergrundinfo für den Lehrer) interessant sein.

1. Haltet den geborenen Dieb! Muss das Strafrecht geändert werden, weil Hirnforscher die Möglichkeit von Freiheit, Schuld und Verantwortlichkeit bestreiten? Ein Plädoyer für reife Rationalität. Von Winfried Hassemer (ehemaliger Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts). Erschienen in der FAZ vom 15. Juni 2010.

2. Haltet den Richter! Eine Replik auf den Hassemer-Artikel von Gerhard Roth und Grischa Merkel aus Sicht des Hirnforschers. Erschienen in der FR vom 26. Juni 2010.

3. Stillschweigende Hirngespinste. Eine Stellungnahme aus philosophischer Sicht von Peter Janich, emeritierter Professor für Philosophie der Uni Marburg, erschienen in der FR vom 12. Juli 2010.

Im Bildungsplan (Lehrplaneinheit ‘Mensch sein’) stehen bei mir ausdrücklich auch “Grundfragen der Anthropologie als Wissenschaft”. Dort kann dann auch neurologische Forschung thematisiert werden (im zweistündigen Kurs). Im vierstündigen Kurs sind dagegen Sartre, Skinner, Rousseau und Hobbes vorgeschrieben.

Aus Schülersicht kommt man wohl kaum um eine gewisse Denkanstrengung herum. Warum also nicht aktuelle Beiträge mit den ‘Klassikern’ konfrontieren?

Schulisches, Theologisches Beitrag drucken

Bildungsstandards Baden-Württemberg

10. Juli 2010

Der baden-württembergische Landesbildungsserver stellt zwei Synopsen zu den Bildungsstandards für Katholische Religionslehre (Gymnasium) bereit:

  • Zum einen die Bildungsstandards nach den Standardzeiträumen 6 – 8 – 10 – Kursstufe.
  • Zum anderen die verbindlichen Themenfelder

Beide Synopsen gibt es hier zum Download.

Die Synopse der Themenfelder lässt deutlich erkennen, dass der Bildungsplan für die Kursstufe nicht wirklich an das Konzept der Bildungsstandards angeglichen wurde.

Und wenn ich mir die Formulierungen der Bildungsstandards so im Überblick durchlese, frage ich mich schon an der ein oder anderen Stelle: Was wären wohl geeignete Antworten, durch die die Schüler zeigen könnten, dass sie sich auf dem Niveau A, B oder C der entsprechenden Standards bewegen…

Beispiel?

Klasse 10: Die Schülerinnen und Schüler verstehen, dass menschliches Leben begrenzt ist, zum Beispiel durch Leid, Krankheit und Tod.

Das verstehen auch Erstklässler. Was könnte denn darüber hinaus gewünscht erwartet werden? Sollen die Schüler nun klassische Theodizee-Antworten vorstellen können? Kommt aber erst (oder wieder?) in der Kursstufe. Hmmm, was dann?

Wenn ich mir die Beispiele für Niveaukonkretisierungen (NiKos) anschaue, stelle ich fest, dass das Niveau der einzelnen NiKos ziemlich schwankt. Aber wie kann ich Unterricht planen, der ‘Outcome-Orientierung’ aufweist, ohne zu wissen, was der gewünschte ‘Outcome’ in klar messbaren oder überprüfbaren Worten ist?

Wenn ich in andere Fächer reinschaue (z.B. Englisch), scheint mir das Ganze klarer und handfester zu sein. So what?

Arbeitshilfe, Schulisches Beitrag drucken

Gebote für Schulexkursionen

13. Juni 2010

Bei niemehrschule findet sich eine sehr lesenswerte Liste von Geboten für Schulexkursionen. Bei manchen Punkten hoffe ich, dass sie keinerlei Ähnlichkeit mit dem Verhalten lebender oder verstorbener Personen aufweisen. So zum Beispiel Nummer 18:

18. Du sollst dich nicht mit besoffenen Jugendlichen anlegen. Selbst wenn zwölf Freunde auf deiner Seite und bloß vier auf der gegenüberliegenden Front stehen. Moderne Kommunikationsmittel verändern solche Zahlenverhältnisse enorm schnell.

Pädagogik, Schulisches Beitrag drucken

Jugend und Kirche

8. Juni 2010

Erneute Korrekturen, heute Nacht die 13er.

Im Text ging es die Notwendigkeit für die Kirche und die Theologie, mit den Erfahrungen und dem Leben Jugendlicher ins Gespräch zu kommen, um zu vermeiden, dass die Kluft zwischen Kirche und Jugendlichen immer größer wird. [Für Freaks: Friedrich Schweitzer, Postmoderner Lebenszyklus und Religion, Gütersloh 2003, S. 85]. Die Schüler sollen in einer Frage kritisch und persönlich Position zum Text beziehen.

Was schreibt einer meiner Schüler:

Ich bin zwar bei den Ministranten, habe aber ansonsten wenig mit der Kirche zu tun. Die Zeit im Gottesdienst benutze ich meistens zum Nachdenken und höre dem Pfarrer nur selten zu. Ich habe wirklich kein Interesse, mehr Zeit in die Kirche zu investieren. Eine  grundlegende Neuausrichtung der Kirche würde das vielleicht ändern, aber dazu kommt es an sich nicht. Ich glaube daher auch nicht an einen Erfolg, wenn die Kirche der Jugend Modelle und Visionen anbietet.

Er ist einer der Oberministranten, wenn ich richtig informiert bin.

Na ja, er schätzt das mit der Neuausrichtung sehr realistisch ein. Und Visionen? Visionen, die die Kirche Jugendlichen anbietet? Was fällt mir da so spontan ein? Lateinische Messen? Holocaustleugner? Umgang mit Missbrauch?

Ich korrigiere mal lieber die Arbeit des nächsten Schülers…

Kirchliches, Schulisches Beitrag drucken

Abifeiern

8. Juni 2010

Es wird auch in diesem Jahr wieder geschehen. Ich verstehe nicht warum.

Schulisches, Video Beitrag drucken

Originale oder Kopien?

20. März 2010

Kein Beitrag zur Anthropologie, sondern schlicht Ergebnisse erfolgreicher Lobby-Arbeit:

Nähere Infos zu den sehr sinnvollen und intelligenten rechtlichen Regelungen bietet die Seite www.schulbuchkopie.de. Die Inhalte gibt es auch als PDF-Datei zum Download. Jeder Kollege sollte wissen, welche Spielräume die Rechtslage bietet.

Wenn ich so mitbekomme, wie Schulbuchverlage ihre Autoren ‘bezahlen’, wie teuer dafür aber die Produkte sind (und das bei einem sehr gut kalkulierbaren und geschlossenen Markt) und welche Extrawürste rechtlich für diesen Teil der Printmedien gebraten werden, denke ich spontan irgendwie an Hotels und Gelb ;-) , bin ich mir sicher, dass alles seine Ordnung haben wird.

Leider steht verrät die Seite nicht, wieviel Geld die Länder für diese Extrawurst zahlen mussten. Hat jemand genauere Infos dazu?

Bücher, Schulisches Beitrag drucken

Setzen Sechs?

3. März 2010

Bekommen alle eine Eins, weil Gott uns doch alle liebt? Oder alle eine Sechs, weil wir doch alle Sünder sind?

Notengebung im Religionsunterricht ist nicht immer ganz einfach. Ich wurde bisher erst einmal von einer Mutter gefragt, warum ihr Sohn nur eine Drei in Religion bekommen würde; er sei doch bei den Ministranten. Die meisten Eltern sind froh, wenn es auch im Religionsunterricht klare und objektive Kriterien der Notenfindung gibt, die nicht an der persönlichen Glaubenseinstellung der Schüler hängen.

Eine ganze Reihe von sehr interessanten und lesenswerten Artikel zum Themenbereich Leistungsbewertung hat das rpi-virtuell zusammengestellt. Auf einer übersichtlichen Einstiegsseite wird das Angebot vorgestellt, in dem man sich dann festlesen kann.

Für mich waren einige interessante Ideen und Anregungen dabei. Schön war auch, die eigene Position durch aktuelle Veröffentlichungen bestätigt zu sehen ;-)

Pädagogik, Schulisches Beitrag drucken

Bloomsche Taxonomien

16. Januar 2010

Im Bereich der Pädagogik gibt es viele interessante Ansätze (neben vielem Schwachsinn zeitbedingten Interpretationen weniger interessanten Ideen). Die Bloomsche Lernzieltaxonomie ist so etwas. Man kann die Idee ideologisieren – dann ist sie wertlos. Oder sie kann der Anreicherung und Verbesserung der eigenen Unterrichtspraxis dienen.

Andrew Churches aus Neuseeland hat in seinem Wiki educational origami auf sechs Seiten (Quick Sheets) die einzelnen Stufen dieser Taxonomie dargestellt. Schön ordentlich und strukturiert finden sich jeweils eine Definition, Verben, die zur Beschreibung entsprechender Aktivitäten dienen und – das ist das Interessanteste – eine Reihe mögliche Aktivitäten.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf ‘digitalen‘ Aktivitäten, denn genau genommen schreibt Andrew über Bloom’s Digital Taxonomy. Ich schaue solche  Aufstellungen gerne durch. Einerseits als Bestätigung (mache ich auch, mache ich schon lang, gehört zum Standardprogramm…), andererseits als Anregung und Ideenlieferant (Ah, habe ich doch schon mal machen wollen, ging dann aber irgendwie unter…). Die Texte lassen sich als PDF-Dateien herunterladen.

Das Herumsstöbern auf den anderen Seiten in Andrews Wiki lohnt sich auch. Interessant ist z.B. seine Charakterisierung des 21. Century Learner. Welcher Lerntyp sind Sie?

Pädagogik, Schulisches Beitrag drucken