Nicholas Lash bietet in seinem lesenswerten Aufsatz ‘Vatican II: Of Happy Memory‘ interessante Gedanken zum II. Vatikanischen Konzil und der Macht der Kurie. Und das ohne die häufig zu findenden klagenden Untertöne, sondern nüchtern und sachlich.
Gut gefallen hat mir sein hoffnungsvoller Lösungsansatz am Ende des Artikels.
Beeindruckt war ich von den Aussagen Gustavo Gutiérrez’ über die Armen im Zusammenhang mit der Beerdigung von Erzbischof Oscar Romero.
Zum Weiterlesen gibt es z.B. bei Amazon eine Reihe von Lashs Büchern.
Gen 1? Gen 2? Leider kennen unsere Schüler weder die Bibelstellen noch die alten Spiele…
Aber manche Kollegen einer bestimmten Alterskohorte werden die lieblichen Akustik-Untermalungen und die ausgefeilte grafische Umsetzung wiedererkennen:
Das Thema Willensfreiheit kommt alle Jahre (Monate) wieder in den Medien hoch. Im Rahmen der Einheit ‘Mensch sein’ wird es im baden-württembergischen Bildungsplan in der Kursstufe behandelt.
Drei aktuelle Artikel dazu können für einen sehr guten Kurs (oder als Hintergrundinfo für den Lehrer) interessant sein.
1. Haltet den geborenen Dieb! Muss das Strafrecht geändert werden, weil Hirnforscher die Möglichkeit von Freiheit, Schuld und Verantwortlichkeit bestreiten? Ein Plädoyer für reife Rationalität. Von Winfried Hassemer (ehemaliger Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts). Erschienen in der FAZ vom 15. Juni 2010.
2. Haltet den Richter! Eine Replik auf den Hassemer-Artikel von Gerhard Roth und Grischa Merkel aus Sicht des Hirnforschers. Erschienen in der FR vom 26. Juni 2010.
3. Stillschweigende Hirngespinste. Eine Stellungnahme aus philosophischer Sicht von Peter Janich, emeritierter Professor für Philosophie der Uni Marburg, erschienen in der FR vom 12. Juli 2010.
Im Bildungsplan (Lehrplaneinheit ‘Mensch sein’) stehen bei mir ausdrücklich auch “Grundfragen der Anthropologie als Wissenschaft”. Dort kann dann auch neurologische Forschung thematisiert werden (im zweistündigen Kurs). Im vierstündigen Kurs sind dagegen Sartre, Skinner, Rousseau und Hobbes vorgeschrieben.
Aus Schülersicht kommt man wohl kaum um eine gewisse Denkanstrengung herum. Warum also nicht aktuelle Beiträge mit den ‘Klassikern’ konfrontieren?
The impulse of orthodoxy has always been to suppress the wrangling as a sign of weakness; the impulse of more modern theology is to embrace it as a sign of life.
Diese Frage stellt sich Shalom Auslander in der ZEIT. Es geht um Gott und das Leid, das alte Problem.
Es gibt wohl keine einfache Antwort darauf. Für lesenswert halte ich den Artikel dennoch. Er könnte gut in der Kursstufe als Einstieg in die Einheit ‘Die Frage nach Gott’ eingestzt werden.
Die Theodizee-Frage ist für viele Menschen eine der härtesten Anfragen an den Glauben. Unverschuldetes Leid scheint unerträglich.
Doch was ist mit dem verschuldeten Leid?
Waterboarding for dummies zeigt detailliert auf, was sich die CIA mit höchster Genehmigung alles an leidvollen Methoden ausgedacht hat, um die ‘Wahrheit’ aus Menschen herauszufoltern.
Entreiß mich den Feinden, mein Gott, beschütze mich vor meinen Gegnern! Entreiß mich denen, die Unrecht tun, rette mich vor den Mördern! Sieh her: Sie lauern mir auf, Mächtige stellen mir nach.
Es ist nicht immer ganz leicht, die Orientierung zu behalten. Nette technische Unterstützungssysteme können eine Hilfe sein. Aber sie bergen auch Gefahren…
Mögliche Unterrichtseinsätze: Woran orientiere ich mich? Wertesysteme der Schüler?
Zahlen können wir uns schwer vorstellen, besonders, wenn es sich um große Zahlen handelt. Die Weltgesundheitsorganisation hat die World Health Statistics 2009 ins Netz gestellt. Ein Zahlenfriedhof? Nein. Die Friedhöfe befinden sich an anderen Orten. Dort liegen die Kinder und Erwachsenen, die an Masern, Durchfall oder Malaria verstorben sind, weil sie niemand behandelt hat.
Save the Children versucht, diese anonyme Masse von Schicksalen vorstellbarer zu machen: “I was PHILIP”
Radio Vatikan ist ein frühes Beispiel für die Catholic Leadership (wie das wohl auf Neudeutsch heißt) im Bereich des Einsatzes neuer Technologien.
Radio Vatikan wurde im Jahr 1931 von Papst Pius XI. – zwei Jahre nach Abschluß der Lateranverträge – gegründet. Die Aussöhnung zwischen dem Heiligen Stuhl und Italien machte die Gründung des Radios möglich. Der Papst beauftragte den Erfinder Italiener Guglielmo Marconi damit, den Sender technisch aufzubauen. Damit gehört Radio Vatikan zu einer der ältesten Rundfunkstationen der Erde und ist seit vielen Jahrzehnten auch Mitglied der Europäischen Rundfunkunion (EUR). (Quelle)
Als Early Adopter hat man es nicht immer leicht. Gelegentliche Rückschläge sind der Preis für innovativen Fortschritt.
Auch im Bereich der Sakramentenspendung sind erste Anwendungen im Praxistest. Hier ein Filmbericht (spanisch, mit englischen Untertiteln, macht Katholiken aber nichts aus, wir sind schließlich Weltkirche…):
Ein Blatt Papier steht nur am Anfang. Mit Kreativität und viel Fingerspitzengefühl gestaltet Peter Callesen daraus wunderbar aussagekräftige Kunstwerke.
Es sind etliche Werke dabei, die sich gut im Religionsunterricht einsetzen lassen. Um das Copyright des Künstlers nicht zu verletzen, zeige ich als Appetitmacher nur einen Ausschnitt seines Werks My God, my God: