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Archiv für die Kategorie ‘Kirchliches’

Kirche der Zukunft?

7. September 2010

Wie soll ‘die’ Kirche aussehen? Wie weit soll sie sich anpassen an gesellschaftliche Strömungen? Wo sollte sie Fels in der Brandung sein? Wo muss sie beweglich sein, um die Menschen von heute noch zu erreichen?

In der Kursstufe kann als Einstieg zu diesen Fragen der kleine ‘Progressive Church’-Film gezeigt werden. Er ist zwar auf die amerikanischen Verhältnisse abgestimmt, aber allzu weit sind wir davon in Deutschland nicht entfernt:

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Über Macht und das II. Vatikanische Konzil

6. September 2010

Nicholas Lash bietet in seinem lesenswerten Aufsatz ‘Vatican II: Of Happy Memory‘ interessante Gedanken zum II. Vatikanischen Konzil und der Macht der Kurie. Und das ohne die häufig zu findenden klagenden Untertöne, sondern nüchtern und sachlich.

Gut gefallen hat mir sein hoffnungsvoller Lösungsansatz am Ende des Artikels.

Beeindruckt war ich von den Aussagen Gustavo Gutiérrez’ über die Armen im Zusammenhang mit der Beerdigung von Erzbischof Oscar Romero.

Zum Weiterlesen gibt es z.B. bei Amazon eine Reihe von Lashs Büchern.

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Ratestunde. Oder – Was lernen wir aus der Geschichte?

12. Juli 2010

Erste Frage: Wer sagte:

15. Es steht jedem Menschen frei, diejenige Religion anzunehmen und zu bekennnen, die man, vom Lichte der Vernunft geführt, für wahr erachtet.

42. In einem Gesetzeskonflikt beider Gewalten hat das bürgerliche Recht Vorrang.

Und? Nein, Kommentar zum Grundgesetz ist falsch.
Margot Käßmann? Nein, auch falsch.

Die richtige Antwort lautet Papst Pius IX. Das sind zwei von 80 Sätzen und Aussagen, die Pius IX. in einem Syllabus als falsch verurteilen ließ. Herausgegeben wurde diese Textsammlung am 8. Dezember 1864. (vgl. DH 2915 und 2942).

Zweite Frage: Wer sagte:

1. Wir werden uns bemühen, so zu leben wie die Menschen um uns her üblicherweise leben, im Hinblick auf Wohnung, Essen, Verkehrsmittel und allem, was sich daraus ergibt.

3. Wir werden weder Immobilien oder Mobiliar besitzen noch mit eigenem Namen über Bankkonten verfügen; und alles, was an Besitz notwendig sein sollte, auf den Namen der Diözese bzw. der sozialen oder caritativen Werke überschreiben.

5. Wir lehnen es ab, mündlich oder schriftlich mit Titeln oder Bezeichnungen angesprochen zu werden, in denen gesellschaftliche Bedeutung oder Macht zum Ausdruck gebracht werden. (Eminenz, Exzellenz, Monsignore…). Stattdessen wollen wir als “Padre” angesprochen werden, eine Bezeichnung, die dem Evangelium entspricht.

6. Wir werden in unserem Verhalten und unseren gesellschaftlichen Beziehungen jeden Eindruck vermeiden, der den Anschein erwecken könnte, wir würden Reiche und Mächtige privilegiert vorrangig oder bevorzugt behandeln (z. B. bei Gottesdiensten und bei gesellschaftlichen Zusammenkünften, als Gäste oder Gastgeber).

10. Wir werden alles dafür tun, dass die Verantwortlichen unserer Regierung und unserer öffentlichen Dienste solche Gesetze, Strukturen und gesellschaftlichen Institutionen schaffen und wirksam werden lassen, die für Gerechtigkeit, Gleichheit gesamtmenschliche harmonische Entwicklung jedes Menschen und aller Menschen notwendig sind. Dadurch soll eine neue Gesellschaftsordnung entstehen,die der Würdes der Menschen- und Gotteskinder entspricht.

Nein, keine weiteren von Pius IX. als Irrtümer verurteilten Aussagen.
Nein, Westerwelle ist auch falsch.

Das sind Zitate aus dem Katakombenpakt, einer Selbstverpflichtung katholischer Bischöfe – für eine dienende und arme Kirche.

Mehr als hundert Jahre Erkenntnisfortschritt liegen zwischen den Texten. Doch 1965 scheint irgendwie in der Zukunft zu liegen, so scheint es manchmal, wenn man einen kleinen kirchlichen Reality-Check macht.

Lange Vorrede, nun wird es ernst.

  • Wer noch nicht vergessen hat, dass es mal ein Vatikanum II. gegeben hat,
  • wer die Beschlüsse von damals immer noch für interessant hält,
  • wer der Überzeugung ist, dass Konzilsbeschlüsse nicht einfach selektiv anerkannt oder weggeklickt werden können,
  • wer also katholisch ist,

kann auf der Webseite konzilsvaeter.de interessante Infos zu einigen Bischöfen finden, die am Zweite Vatikanischen Konzil beteiligt waren.  Textbeiträge, Audios, Fotos  und einige Videos laden zum Rumstöbern ein. Vielleicht weniger direkt für den Unterricht verwertbar (evtl. in der Kursstufe bei der Kirchen-Einheit), aber auf jeden Fall für so eine Art theologisches Retro-Erlebnis der angenehmen Art ;-)

Manche Aussagen der vorgestellten Bischöfe scheinen unendlich weit von der aktuellen Stimmung in der Kirche entfernt zu sein.

Was lernen wir aus der Geschichte? Dass wir aus der Geschichte nichts lernen? Ja. Aber auch, dass es schon schlimmere Zeiten gegeben hat und Gott diese Kirche anscheinend trotzdem nicht aufgegeben hat. Katholisch sein heißt auch, über Langmut und Ausdauer zu verfügen :-)

Lesetipp: 1 Thess 5,16-22.

Danke an Thomas Belke von der Mediathek Freiburg für den Hinweis auf die Konzilsväter-Seite.

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Megachurches

24. Juni 2010

Immer noch Abi-Zeit in Baden-Württemberg. Heute nachmittag lautet eines der Themen der Präsentationsprüfungen: Megachurches in den USA.

Im Rahmen der Vorbereitung (ja, auch Lehrer bereiten sich auf solche Prüfungen vor) bin ich auf einen sehr schönen Übersichtsartikel gestoßen, der auch weitere Lektürehinweise erhält: Big-box Christianity.

Und um fünf Ecken herum fand ich eine schöne Parodie zum Thema Megachurches. Wer schon ein paar Websites von Megachurches besucht, Predigten gehört oder Videos angeschaut hat, wird so manches Déjà-vu-Erlebnis haben ;-)

“Sunday’s Coming” Movie Trailer from North Point Media on Vimeo.

Ein kleiner Nachtrag: Die Seiten des Hartford Institute for Religion Research bieten ausgezeichnetes und detailliertes Material zum Thema.

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Jugend und Kirche

8. Juni 2010

Erneute Korrekturen, heute Nacht die 13er.

Im Text ging es die Notwendigkeit für die Kirche und die Theologie, mit den Erfahrungen und dem Leben Jugendlicher ins Gespräch zu kommen, um zu vermeiden, dass die Kluft zwischen Kirche und Jugendlichen immer größer wird. [Für Freaks: Friedrich Schweitzer, Postmoderner Lebenszyklus und Religion, Gütersloh 2003, S. 85]. Die Schüler sollen in einer Frage kritisch und persönlich Position zum Text beziehen.

Was schreibt einer meiner Schüler:

Ich bin zwar bei den Ministranten, habe aber ansonsten wenig mit der Kirche zu tun. Die Zeit im Gottesdienst benutze ich meistens zum Nachdenken und höre dem Pfarrer nur selten zu. Ich habe wirklich kein Interesse, mehr Zeit in die Kirche zu investieren. Eine  grundlegende Neuausrichtung der Kirche würde das vielleicht ändern, aber dazu kommt es an sich nicht. Ich glaube daher auch nicht an einen Erfolg, wenn die Kirche der Jugend Modelle und Visionen anbietet.

Er ist einer der Oberministranten, wenn ich richtig informiert bin.

Na ja, er schätzt das mit der Neuausrichtung sehr realistisch ein. Und Visionen? Visionen, die die Kirche Jugendlichen anbietet? Was fällt mir da so spontan ein? Lateinische Messen? Holocaustleugner? Umgang mit Missbrauch?

Ich korrigiere mal lieber die Arbeit des nächsten Schülers…

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What if Worship was like an NBA Game?

9. Mai 2010

Jaaa, it’s American. Aber in manchen freikirchlichen Ecken könnte ich mir so etwas auch bei uns vorstellen :-)

Vielleicht als Einstieg in die Einheit ‘Kirche’ einsetzbar? Als Kontrast dann ein Gottesdienst der Pius-Bruderschaft?

Gefunden bei Crazy Christian Clips.

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Sixtinische Kapelle

26. März 2010

Während manche meiner Schüler einen Beitrag aus dem Bereich Unterhaltungsmusik oder Volksmusik vermuten dürften, wenn von ‘Sixtinischer Kapelle‘ die Rede ist, weiß der geneigte Leser und die ebensolche Leserin dieses Blogs, worum es geht.

Ich war ein Mal dort. Es war voll ohne Ende, die Luft war zum Schneiden. Die Malereien (es war vor der Renovierung) wirkten düster auf mich.

Gerade war ich wieder dort. Natürlich nicht live, sondern ‘nur’ virtuell. In einem Beitrag von Erez Zukerman (schöner Name, oder?) fand ich den Hinweis auf eine Flash-Animation, mit der sich die Sixtinische Kapelle bequem am eigenen Bildschirm erkunden lässt. Die Ladezeit ist – je nach Internetanbindung – ausreichendfür ein oder mehrere Gesätze des Rosenkranzes, aber dann – sehr gute Aufnahmen, scharf, das Heranzoomen ist wirklich schön, die Kapelle wurde für die Aufnahmen leergeräumt (keine Stühle, Touristen oder Kardinäle in Sicht).

Außerdem ganz unerwartete Ansichten…

PS: Es gibt wirklich eine Sixtinische Kapelle der musikalischen Art: www.sixtinischekapelle.de

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veni sancte spiritus

22. Februar 2010

Nein, nein. Es ist noch nicht Pfingsten (Hintergrundinfo). Und die Vollversammlung der Bischöfe dürfte sich gerade auch erst bei den Begrüßungsworten bewegen.

Ich habe mir die neu gestaltete Webseite der Deutschen Bischofskonferenz angeschaut. Viel besser als der alte, nennen wir es ‘funktional’ gestaltete Auftritt. Aber auch nicht wirklich umwerfend.

Nach meinen ersten Erkundungen wurde vor allem an der Optik geschraubt. Die Inhalte scheinen mir nicht wesentlich verändert zu sein. Unter der Rubrik ‘Kirche von A bis Z’ fehlt ‘Gott’ noch immer (hat anscheinend nicht zwingend etwas mit Kirche zu tun), während der ‘Großpönitentiar’ erläutert wird. Die ‘Schaustellerseelsorge’, die es früher unter S gab, wurde entfernt, jetzt gibt es dort nur noch  den Begriff ‘Sonderkongregation’. Keine Seele, Seelsorge, Spiritualität etc. Na ja.

Vermutlich werden in den nächsten Wochen entsprechende Inhalte eingepflegt, oder? ZAUNPFAHL :-) )

Nett ist die Suchfunktion. ‘Gott’ gibt es 264 Mal, ‘Jesus’ nur 63 Mal, ‘Papst’ dafür 142 Mal ;-)

Am besten fand ich:

Ich unterrichte gerade die Kircheneinheit bei meinen 13ern. Das Ergebnis der Suche nach dem Heiligen Geist verrate ich ihnen lieber nicht.

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Kirche im Web 2.0

13. Februar 2010

Die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart bietet im März eine Tagung mit dem Titel “Kirche im Web 2.0” an.  Das Programm sieht erstaunlich viel Raum für den gegenseitigen Informationsaustausch vor. Klingt ganz gut.

Welche unerwarteten Auswirkungen Kirche im Web 2.0 haben kann, zeigt dieser nette kleine Film:

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Sende-Zeit: Medienpastoral im Erzbistum Freiburg

4. Februar 2010

Thomas Belke und Norbert Kebekus machen gemeinsame Sache: die Sende-Zeit. Worum geht es da?

“Sende-Zeit” ist der gemeinsame Blog des Referates Medienpastoral im Erzbischöflichen Seelsorgeamt Freiburg mit den beiden Fachbereichen “Mediathek für Pastoral und Religionspädagogik” und “Pastoral im Internet”. Wir informieren über die Aktivitäten des Referates und weisen auf neue Entwicklungen im Schnittfeld von digitalen Medien und Pastoral bzw. Religionspädagogik hin.

Na endlich kommt auch aus der katholischen Ecke etwas Frisches :-)

Das Rumstöbern lohnt sich auf jeden Fall und ich hoffe, dass auch in Zukunft interessante Hinweise ‘gesendet’ werden. Die beiden Kollegen haben schon bisher interessante Angebote ins Netz gestellt, verstecken sie aber noch etwas auf der Links-Seite. Die Mediathek (die Herr Belke leitet) hat z.B. lesenswerte Zusammenstellungen von Medien für den RU auf ihrer Seite (zum Download als PDF-Dateien).

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