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Archiv für die Kategorie ‘Medien’

Theologen-TV

18. August 2010

Sommerferien :-)

In Baden-Württemberg mal wieder die vermutlich längsten Herbstferien der Welt, aber immerhin Ferien. Die letzten Schul- und die ersten Ferientage waren schulisch noch ziemlich turbulent und verhinderten RELIBLOG-Beiträge. Danach folgten einige erholsame Tage in Suffolk.

Jetzt bin ich wieder zurück, mit vielen Eindrücken, Anregungen, Ideen und Motivation.

Hans Urs von Balthasar war einer derjenigen, über den ich im Urlaub in meiner Urlaubslektüre – mal wieder – gestolpert bin. Da ich nicht gleich seine theologische Ästhetik durcharbeiten wollte, habe ich mich nach einfacher gehaltenen Zugängen umgesehen.

Dabei bin ich auf ein interessantes Angebot des St John’s College in Nottingham gestoßen. Das College hat einen YouTube-Channel eingerichtet und bietet dort u.a. Einführungen zu verschiedenen Theologen, z.B.

Immer nur knapp zehn Minuten. Als Einstieg ganz nett, finde ich. ‘Es gibt darüber hinaus noch eine Reihe anderer Videobeiträge (z.B. Tom Wright zu seinem Buch Evil and the Justice of God), die einen interessanten Eindruck machen.

Ich habe ja noch ein paar Ferientage zum Durchstöbern :-)

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Ratestunde. Oder – Was lernen wir aus der Geschichte?

12. Juli 2010

Erste Frage: Wer sagte:

15. Es steht jedem Menschen frei, diejenige Religion anzunehmen und zu bekennnen, die man, vom Lichte der Vernunft geführt, für wahr erachtet.

42. In einem Gesetzeskonflikt beider Gewalten hat das bürgerliche Recht Vorrang.

Und? Nein, Kommentar zum Grundgesetz ist falsch.
Margot Käßmann? Nein, auch falsch.

Die richtige Antwort lautet Papst Pius IX. Das sind zwei von 80 Sätzen und Aussagen, die Pius IX. in einem Syllabus als falsch verurteilen ließ. Herausgegeben wurde diese Textsammlung am 8. Dezember 1864. (vgl. DH 2915 und 2942).

Zweite Frage: Wer sagte:

1. Wir werden uns bemühen, so zu leben wie die Menschen um uns her üblicherweise leben, im Hinblick auf Wohnung, Essen, Verkehrsmittel und allem, was sich daraus ergibt.

3. Wir werden weder Immobilien oder Mobiliar besitzen noch mit eigenem Namen über Bankkonten verfügen; und alles, was an Besitz notwendig sein sollte, auf den Namen der Diözese bzw. der sozialen oder caritativen Werke überschreiben.

5. Wir lehnen es ab, mündlich oder schriftlich mit Titeln oder Bezeichnungen angesprochen zu werden, in denen gesellschaftliche Bedeutung oder Macht zum Ausdruck gebracht werden. (Eminenz, Exzellenz, Monsignore…). Stattdessen wollen wir als “Padre” angesprochen werden, eine Bezeichnung, die dem Evangelium entspricht.

6. Wir werden in unserem Verhalten und unseren gesellschaftlichen Beziehungen jeden Eindruck vermeiden, der den Anschein erwecken könnte, wir würden Reiche und Mächtige privilegiert vorrangig oder bevorzugt behandeln (z. B. bei Gottesdiensten und bei gesellschaftlichen Zusammenkünften, als Gäste oder Gastgeber).

10. Wir werden alles dafür tun, dass die Verantwortlichen unserer Regierung und unserer öffentlichen Dienste solche Gesetze, Strukturen und gesellschaftlichen Institutionen schaffen und wirksam werden lassen, die für Gerechtigkeit, Gleichheit gesamtmenschliche harmonische Entwicklung jedes Menschen und aller Menschen notwendig sind. Dadurch soll eine neue Gesellschaftsordnung entstehen,die der Würdes der Menschen- und Gotteskinder entspricht.

Nein, keine weiteren von Pius IX. als Irrtümer verurteilten Aussagen.
Nein, Westerwelle ist auch falsch.

Das sind Zitate aus dem Katakombenpakt, einer Selbstverpflichtung katholischer Bischöfe – für eine dienende und arme Kirche.

Mehr als hundert Jahre Erkenntnisfortschritt liegen zwischen den Texten. Doch 1965 scheint irgendwie in der Zukunft zu liegen, so scheint es manchmal, wenn man einen kleinen kirchlichen Reality-Check macht.

Lange Vorrede, nun wird es ernst.

  • Wer noch nicht vergessen hat, dass es mal ein Vatikanum II. gegeben hat,
  • wer die Beschlüsse von damals immer noch für interessant hält,
  • wer der Überzeugung ist, dass Konzilsbeschlüsse nicht einfach selektiv anerkannt oder weggeklickt werden können,
  • wer also katholisch ist,

kann auf der Webseite konzilsvaeter.de interessante Infos zu einigen Bischöfen finden, die am Zweite Vatikanischen Konzil beteiligt waren.  Textbeiträge, Audios, Fotos  und einige Videos laden zum Rumstöbern ein. Vielleicht weniger direkt für den Unterricht verwertbar (evtl. in der Kursstufe bei der Kirchen-Einheit), aber auf jeden Fall für so eine Art theologisches Retro-Erlebnis der angenehmen Art ;-)

Manche Aussagen der vorgestellten Bischöfe scheinen unendlich weit von der aktuellen Stimmung in der Kirche entfernt zu sein.

Was lernen wir aus der Geschichte? Dass wir aus der Geschichte nichts lernen? Ja. Aber auch, dass es schon schlimmere Zeiten gegeben hat und Gott diese Kirche anscheinend trotzdem nicht aufgegeben hat. Katholisch sein heißt auch, über Langmut und Ausdauer zu verfügen :-)

Lesetipp: 1 Thess 5,16-22.

Danke an Thomas Belke von der Mediathek Freiburg für den Hinweis auf die Konzilsväter-Seite.

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Arbeitshilfe Google Earth

29. April 2010

Es macht Spaß, sich mit Google Earth die Erde etwas genauer anzuschauen. Schnell geht die Zeit vorbei, wenn man vom Hundertsten ins Tausendste kommt.

Doch Google Earth ist nicht nur Zeitvertreib, sondern bietet mehr Potential. Eine Reihe von konkreten Einsatzmöglichkeiten für den Religionsunterricht bietet eine neue Arbeitshilfe von muk, der Fachstelle ‘Medien und Kommunikation’ der Erzdiözese München und Freising.

Das Heft von Matthias Wörther hat den Titel ‘Himmel und Erde. Google Earth im Religionsunterricht’ und kann als PDF-Datei heruntergeladen werden (Link). Der Inhalt reicht von der Installation des kostenlosen Programms über die Erläuterung der wichtigsten Bedienmöglichkeiten bis hin zu interessanten Vorschlägen für den Religionsunterricht.

Wer die muk-Publikationen noch überhaupt nicht kennt, sollte sich auf der Angebotsseite umschauen. Es gibt einige gute Materialien. Einen herzlichen Dank an Thomas Belke von der Mediathek Freiburg für diesen guten Tipp :-)

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Krieg – ein Nachtrag

21. April 2010

Ich hatte vor 15 Tagen das Video vorgestellt, das Wikileaks veröffentlicht hat. US-Soldaten schießen mit 30mm-Munition aus der Maschinenkanone ihres Kampfhubschraubers auf Menschen, auch auf ein fünfjähriges Mädchen und ihren zehnjährigen Bruder.

Hier ein Foto, das die Größe der Munition verdeutlicht:

Nachdem das Video in den Medien veröffentlicht wurde, hat sich Ethan McCord, der Soldat, der den beschossenen Kindern geholfen hat, gemeldet. Wired hat ihn zur Situation damals und heute interviewt. Der Bundeskriegsverteidigungsminister würde das vermutlich auch unter ‘umgangssprachlich Krieg’ einreihen.

And where the soldier said [in the video], “Well, you shouldn’t take your kids to battle.” Well in all actuality, we brought the battle to your kids. There’s no front lines here. This is urban combat and we’re taking the war to children and women and innocents.

Das gesamte Interview findet sich hier. Wohin sollen die Gewalt und die Lügen führen? Zu Freiheit und Demokratie?

“Wohin treiben wir? Wir lenken schon lange nicht mehr, führen nicht, bestimmen nicht. Ein Lügner, wers glaubt. Schemen und Gespenster wanken um uns herum – taste sie nicht an: sie geben nach, zerfallen, sinken um. Es dämmert, und wir wissen nicht, was das ist: eine Abenddämmerung oder eine Morgendämmerung.” – Kurt Tucholsky, 11. März 1920

Bildquelle: Wikimedia.

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Krieg

6. April 2010

Natürlich nicht im juristischen Sinn, sondern irgendwie umgangssprachlich… Soll der Bundesverteidigungsminister gesagt haben. Die Toten sind dann wahrscheinlich auch nicht im juristischen Sinne tot, sondern eher umgangssprachlich.

Das erste Opfer eines Krieges ist die Wahrheit.

Wikileaks versucht dem entgegen zu wirken.

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Sixtinische Kapelle

26. März 2010

Während manche meiner Schüler einen Beitrag aus dem Bereich Unterhaltungsmusik oder Volksmusik vermuten dürften, wenn von ‘Sixtinischer Kapelle‘ die Rede ist, weiß der geneigte Leser und die ebensolche Leserin dieses Blogs, worum es geht.

Ich war ein Mal dort. Es war voll ohne Ende, die Luft war zum Schneiden. Die Malereien (es war vor der Renovierung) wirkten düster auf mich.

Gerade war ich wieder dort. Natürlich nicht live, sondern ‘nur’ virtuell. In einem Beitrag von Erez Zukerman (schöner Name, oder?) fand ich den Hinweis auf eine Flash-Animation, mit der sich die Sixtinische Kapelle bequem am eigenen Bildschirm erkunden lässt. Die Ladezeit ist – je nach Internetanbindung – ausreichendfür ein oder mehrere Gesätze des Rosenkranzes, aber dann – sehr gute Aufnahmen, scharf, das Heranzoomen ist wirklich schön, die Kapelle wurde für die Aufnahmen leergeräumt (keine Stühle, Touristen oder Kardinäle in Sicht).

Außerdem ganz unerwartete Ansichten…

PS: Es gibt wirklich eine Sixtinische Kapelle der musikalischen Art: www.sixtinischekapelle.de

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Bibel online

25. März 2010

Den Bibleserver habe ich vor fast zwei Jahren mal ganz kurz vorgestellt. Wenn ich biblische Texte digital benötige, nehme ich eigentlich immer diese Seite. Ich habe die Auswahl zwischen verschiedenen Übersetzungen, die Navigation ist in Ordnung, funktional, ohne unnötigen Schnickschnack.

Für meine Elfer benötige ich morgen Lk 15,11-32, die Geschichte vom verlorenen Sohn. Also schnell den Bibleserver angesurft – Überraschung:

Eine ganz neue Optik :-) Na ja, irgendwie vertraut (Farbgebung) und doch ganz anders. Schöner. Gefälliger. Sympathischer. Einladender.

Herzlichen Glückwunsch an die Bibleserver-Macher. Gutes wurde noch bessser :-)

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veni sancte spiritus

22. Februar 2010

Nein, nein. Es ist noch nicht Pfingsten (Hintergrundinfo). Und die Vollversammlung der Bischöfe dürfte sich gerade auch erst bei den Begrüßungsworten bewegen.

Ich habe mir die neu gestaltete Webseite der Deutschen Bischofskonferenz angeschaut. Viel besser als der alte, nennen wir es ‘funktional’ gestaltete Auftritt. Aber auch nicht wirklich umwerfend.

Nach meinen ersten Erkundungen wurde vor allem an der Optik geschraubt. Die Inhalte scheinen mir nicht wesentlich verändert zu sein. Unter der Rubrik ‘Kirche von A bis Z’ fehlt ‘Gott’ noch immer (hat anscheinend nicht zwingend etwas mit Kirche zu tun), während der ‘Großpönitentiar’ erläutert wird. Die ‘Schaustellerseelsorge’, die es früher unter S gab, wurde entfernt, jetzt gibt es dort nur noch  den Begriff ‘Sonderkongregation’. Keine Seele, Seelsorge, Spiritualität etc. Na ja.

Vermutlich werden in den nächsten Wochen entsprechende Inhalte eingepflegt, oder? ZAUNPFAHL :-) )

Nett ist die Suchfunktion. ‘Gott’ gibt es 264 Mal, ‘Jesus’ nur 63 Mal, ‘Papst’ dafür 142 Mal ;-)

Am besten fand ich:

Ich unterrichte gerade die Kircheneinheit bei meinen 13ern. Das Ergebnis der Suche nach dem Heiligen Geist verrate ich ihnen lieber nicht.

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Stop FGM now!

21. Februar 2010

Das hat mit Religion nichts zu tun. Es ist grausam und menschenverachtend: Weibliche Genitalverstümmelung ist nicht zu akzeptieren.

Weitere Infos bei http://www.stop-fgm-now.com/.

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Gemeinsam lernen im Netz

21. Februar 2010

Web 2.0 ist nun wirklich nichts Neues mehr. Da Schulen aber sehr träge Systeme sind, besteht dort immer noch Informationsbedarf zu diesem Thema. Über Jürgen Wagner wurde ich auf einen netten Kurzfilm aufmerksam, der für wenig technikaffine Lehrer gut gemachte Erstinfos zu Wikis, Blogs und Social Bookmarking bietet.

Viele Kollegen setzen nach meiner Einschätzung Web 2.0 – Anwendungen nicht ein, weil es ihnen niemand gezeigt hat, weil kaum jemand Mund-zu-Mund-Propaganda betreibt und weil die wenigen Anwender dann immer schnell abgestempelt werden: Ja, der X, der kennt sich mit so etwas eben aus, der macht ja eh alles Technische…

Was (aus meiner subjektiven Perspektive heraus) aber oft zu fehlen scheint, ist der Thrill, es mal selbst zu probieren; so lange rumzumachen, bis ich es selbst herausbekommen haben. Ist entdeckendes Lernen nur für Schüler sinnvoll? Ab und zu etwas Neues zu testen, ein bisschen herumzuspielen und -spinnen, das ist Teil meines Berufs als Lehrer (finde ich).

Mein Sohn ist jetzt in der 2. Klasse. Er vertritt klar die Meinung: “Oh Papa, wer liest denn schon eine Gebrauchsanleitung von einem Spiel. Das probiert man so lange, bis man weiß, wie es geht…”

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